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Aus der Amazon.de-Redaktion
Was war eher -- die Henne oder das Ei? An dieser Frage scheiden sich seit Generationen die Geister. Neueren Ursprungs ist eine Problemstellung, die -- in gewisser Analogie -- Börsengeister zu heftigen Diskussionen anregt: Was sagt mehr über künftige Kursbewegungen aus -- technische Analyse oder Fundamentalanalyse? Jack D. Schwager nimmt in seinem Buch diese Diskussion auf, versucht diplomatisch geschickt zwischen beiden Lagern zu moderieren und kommt zu einer interessanten Konklusion: Beide Verfahren -- jenes der Ableitung wahrscheinlicher Kursverläufe aus vergangenen Daten (technische Analyse) und jenes der Prognose aus durchaus auch allgemeinen Marktinformationen (Fundamentalanalyse) -- haben ihre Berechtigung. Und sogar ein Mix ist möglich, sinnvoll und Erfolg versprechend -- vorausgesetzt, der Trader (oder Aktienanleger) behält den Überblick und beherrscht die Basis-Technik. Diese zu vermitteln, ist Anliegen des Autors. Amerikanisch locker in der Schreibe macht Schwager dem Leser dazu klar, was ein Balkenchart von einem Linien- oder Kerzenchart unterscheidet und/oder wie man Trendlinien bestimmt und aus ihnen schlau wird. Und der Leser lernt, was Kurslücken sind (Tief des heutigen Tages über dem Hoch des gestrigen Tages) oder wie er mit Oszillatorwerten umgeht. Das Geheimnis des Erfolgs liegt, so Schwager, neben dem Wissen um die Zusammenhänge im richtigen Bewerten der Informationen. Und hierzu liefert das Buch mannigfaltige Beispiele. Überhaupt: Viel Praxis gibt es in dem Buch. Wann einsteigen etwa? Und wo sind Ausstiegskriterien? Der Autor verrät, wie beides festgelegt werden kann. |
Eine interessante Methode, das Gelernte zu überprüfen, findet der Leser im Kapitel "Chartanalye in der realen Welt". Schwager präsentiert 19 Fallstudien (Charts) und nennt diverse stimmige oder nicht stimmige Gründe für einen Ein- oder Ausstieg. Die Frage an den Leser: Zustimmung oder Ablehnung? Auf der jeweils folgenden Seite steht dann, ob die Leserwertung der Realität entsprochen hat.
Gut, clever und endlich mal in einem Buch erwähnt: Kriterien zur Softwareauswahl für eine Chartanalyse. Denn ohne Computer läuft hier nicht mehr viel. Schwager warnt berechtigterweise vor (teuren) Programmfunktionalitäten, die dann nicht angewendet werden. Und er analysiert technische Handelssysteme und gibt grundsätzliche Infos zum Testen und Optimieren derselben.
Mit den diversen Tipps für Trader macht dieses Werk dem Anspruch, ein Praxisbuch zu sein, dann schließlich alle Ehre. Fazit zum Buch: dick (381 Seiten) und gut. Vor allem auch für solche Leser interessant, die es mit Mathe nicht so haben. Dieser (wichtige) Teil findet sich gesammelt im Anhang. Insgesamt bietet das Buch eine umfangreiche Chance, viel zu lernen und für das Trading Rüstzeug aufzubauen. Und letztlich auch, aus dem Henne-Ei-Problem der Börsianer geschickt die eigene Position herauszukristallisieren und umzusetzen. --Horst-Joachim Hoffmann
KurzbeschreibungAm schönsten wäre es, Aktien am Tiefpunkt zu kaufen und beim Höchststand wieder zu veräußern. Doch dieser Wunsch wird für immer und ewig nur ein Börsianertraum bleiben. Auch den Anhängern der Chartlehre bleibt es nicht erspart, nach Signalen einer Trendumkehr zu suchen, die zuverlässig eine neue Bewegung voraussagen. Mit Sicherheit gehört das Erkennen eines Richtungswechsels zu den schwierigsten Unterfangen der Technischen Analyse. Doch wer hier seine Hausaufgaben mit Sorgfalt erledigt, hat in Zukunft an der
Börse die besseren Karten.
Für den nötigen Überblick beim Auf und Ab der Kurven, Trendlinien und Indikatoren sorgt das Buch Technische Analyse. Hinter dem wenig fantasievollen Namen verbirgt sich ein mit viel Ehrgeiz und Herzblut geschriebener Ratgeber von hohem Nutzwert für den Leser. Das Ziel des Verfassers besteht darin, eine oft missverstandene, aber doch wichtige Analysetechnik in einfache Analyseinstrumente zu übersetzen, die jeder
Kapitalanleger sofort anwenden kann, ohne Abstriche an der Qualität seiner Analyse zu machen.