Die Frage, mit der sich sehr viele
Trader oft und viel beschäftigen, ist:
Wie entwickle ich meine eigene Handelsstrategie?Das klingt zunächst sehr komplex, ist es aber gar nicht. Aktuell verfügbare
Chart- und Handelssoftware bietet eine Vielzahl an bekannten frei verfügbaren
Indikatoren und
Oszillatoren und somit qualitativ und quantitativ hinreichend Informationen für einen technisch orientiertes Setup. Als einfachstes Handelssystem kann man so zum Beispiel den Schnitt zweier gleitender Durchschnitte (GD) für verschiedene Perioden als Einstiegssignal auswerten. Wenn der langsamere GD vom schnelleren GD von unten nach oben geschnitten wird erfolgt ein Kauf des Marktes und vice versa wenn der langsame GD vom schnellen GD von oben nach unten geschnitten wird erfolgt ein Verkauf des Marktes. Dies ist natürlich ein sehr einfaches Beispiel, inwieweit dieses System auf Dauer profitabel handelt darf bezweifelt werden, zumal hier nach der Einstiegsstrategie noch keine Festlegung erfolgt ist wann und wie man aus dem
Handel wieder aussteigt.
Um eine komplette Handelsidee zu formulieren ist folgendes wichtig:
- Welche Währung / welcher Markt soll gehandelt werden?
- Wieviel meines Kapitals will ich pro Handel riskieren? (siehe auch: Riskmanagement, Moneymanagement)
- Welches Zeitfenster (Timeframe) ist relevant? (M1, M5, M15, M30, H1, H4, D1, W1, M1 ....)
- Welche Indikatoren und Oszillatoren spielen für den Einstieg eine Rolle und welche Bedingungen müssen erfüllt sein?
- Zu welcher Tageszeit darf ein Handel stattfinden wenn die Setupbedingeungen erfüllt sind?
- Wo setze ich meinen Stopploss?
- Wie wird eine offene Position verwaltet?
- Setze ich ein Gewinnziel (Takeprofit) oder ziehe ich den Stopploss regelmässig nach (Trailing Stop)?
- Gibt es eine maximale Haltedauer pro Handel?
- Werden offene Positionen über Nacht oder über das Wochenende gehalten wenn der Markt dazwischen geschlossen ist?
Sicher gibt es noch einige Nebenbedingungen die hier auch eine Rolle spielen, aber für's Erste sollte aus diesen Bedingungen jeder sein persönliches Handelssystem formulieren können.
Wenn dies erfolgt ist kann man das System
manuell testen, mit anderen darüber diskutieren, in der Community schauen ob es ähnliche Systeme bereits gibt etc.
Aber das Allerbeste kommt jetzt. Wenn das
Handelssystem ausformuliert ist kann man sich daran machen es zu
automatisieren, das Ergebnis ist beim Metatrader ein sogenannter
Expert Advisor. Das bedeutet, die Bedingungen für das Handelssystem werden in einer Software programmiert um dann automatisiert nach den Bedingungen zu handeln. Wenn das System programmiert ist kann man das System über
lange Zeiträume zurücktesten um so eine Vorstellung zu bekommen ob es in der Vergangenheit ein profitables System war. Ausserdem kann man, bezogen auf die Vergangenheit, die
Bedingungen variieren und optimieren.
So, vielleicht habt ihr ja jetzt Lust bekommen strukturiert eure ersten Schritte in Richtung eures eigenen
persönlichen Handelssystems zu gehen?
na dann, viel Spaß, euer Rob Trader
