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Autor Thema: Geheimnisse der Psyche - aus Fehlern lernen  (Gelesen 899 mal)

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Geheimnisse der Psyche - aus Fehlern lernen
« am: 07. Juli 2010, 08:42:56 »
wer kennt das nicht. Man hat lange Zeit die steigenden Kurse beobachtet und entschliesst sich dann endlich in den stark steigenden Markt einzusteigen .. und schon fängt der Markt an zu fallen. Man schafft es nicht rechtzeitig auszusteigen und kauft statt dessen den verbilligten Markt nach .. und der weiter fallende Markt erhöht die Verluste. Der Schmerz über die steigenden Verluste wird grösser und grösser, bis man schliesslich resignierend alle Positionen auflöst und den Verlust hinnimmt .. um danach noch frustrierter zu erkennen dass der Markt sich zu neuen Hochs bewegt.

[ Für Gäste keine Dateianhänge sichtbar]   Einstiegskurs



1. Phase:
Suche nach Meinungen, die die eigene Meinung bestätigen.

2. Phase:
Man kann sich nichts mehr vormachen. Frust macht sich breit.

3. Phase:
Kampf mit sich selbst. Beim Einstiegskurs verkaufe ich.

4. Phase:
Verdrängung und Depression.

5. Phase:
Absolute Resignation. Der Ausstieg ist unvermeidbar geworden.

Immer wieder stolpern wir Anleger in diese oder andere Fallen. Börsenpsychologen sind längst dabei die Ursachen dafür zu erforschen. Wer die Ursachen für dieses Verhalten kennt kann zukünftige Fehltritte vermeiden.

"Fachwissen alleine reicht nicht", so warnt bereits Robert Shiller, Professor an der US-Elite-Uni Princeton. Er iist einer der renommiertesten Vertreter der Fachrichtung 'Behavioral Finance', die sich mit den psychologischen Phänomenen der Börse beschäftigt. Eine der Erkenntnisse der Forscher ist auch, dass viele der gängigen Anlagefehler auf typischen menschlichen Verhaltensmustern basieren. Diese machen in anderen Lebensbereichen Sinn, an der Börse jedoch können Sie dem Erfolg im Wege stehen.

Doch wie wehrt man sich gegen die eigene Psyche?

Wer die schlimmsten Fallgruben kennt kann sich mit der richtigen Strategie dagegen wappnen.

Bekannte Fallen:
Geldanlagen ohne Konzept stellt die Psyche oft ein Bein. Wer nur auf seinen Bauch vertraut und planlos investiert tappt immer wieder in dei gleichen Fallgruben.
« Letzte Änderung: 08. Juli 2010, 17:25:58 von R2D2 Trader »
"Aller Anfang ist leicht, und die letzten Stufen werden am schwersten und seltensten erstiegen."
Johann Wolfgang von Goethe

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1. Fehler - "Bleib im Lande und nähre dich redlich"
« Antwort #1 am: 07. Juli 2010, 09:18:35 »
Viele bevorzugen bei Anlageinstrumenten heimische Werte. In jedem dritten untersuchten Portfolio ist seit Jahren die Deutsche Telekom vertreten, trotz der mehr als bescheidenen Kursentwicklung.

Die Fixierung auf das Heimatland ist einer der grössten Fehler, warnen Börsenexperten. Aktien von Unternehmen des Marktes der selben Region oder des selben Landes tendieren dazu sich ähnlich zu entwickeln. In letzer Konsequenz bedeutet das wenn z.B. Daimler schwächelt schafft es die Siemens Aktie nicht dies auszugleichen.

Investoren, die über die Grenzen schauen, reduzieren ihr Anlagerisiko deutlich und steigern häufig auch den Gesamtwert des Portfolios. Diversifizierung ist das Schlagwort, doch Vorsicht: Nicht jede Auslandsbörse und jeder Index eignet sich gleich gut zur Diversifizierung.
« Letzte Änderung: 07. Juli 2010, 09:20:11 von R2D2 Trader »
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2. Fehler - Branchenfixierung
« Antwort #2 am: 07. Juli 2010, 09:19:31 »
"Ich kaufe nur das, was ich verstehe", sagt Börsengenius Warren Buffet - und fährt dabei gut. Laut Forbes-Liste ist Buffet einer der reichsten Männer der Welt.

Für Normalanleger eignet sich diese eigenwillige Konzentrationsstrategie nicht unbedingt. Die Strategie Buffet basiert auf ausgiebig recherchierten Hintergrundinformationen, Geschäftsberichten, Marktkenntnis und vielen weiteren fundamentalen Faktoren. Ich wage es zu bezweifeln dass ein Privatanleger in der Lage ist nebenbei all diese Informationen zu rechercheiren und richtig zu bewerten.

Buffet kauft viele seiner Geldanlagen nach intensiver Analyse und meist dann wenn der Kurs nach Unternehmenskrisen im Keller ist.

Privatanleger fühlen sich meist sicherer auf heimischen Terrain und glauben die 'räumliche Nähe' würde mit der Kenntnis der jeweiligen Unternehmen gleichgesetzt. Doch ist dies nur eine trügerische Sicherheit, denn diese Familiarität bedeutet keinesfalls Wissen. Brancheninsider nehmen häufig die bestehenden Risiken nicht mehr objektiv wahr und unterschätzen deshalb gerne drohende Gefahren. Ausserdem können einseitig ausgerrichtete Portfolios schneller in eine Schieflage geraten wenn der Markt in die falsche Richtung läuft. Auch hier ist die Diversifizierung in verschiedene Wirtschaftszweige, beim richtigen (Branchen-)Mix, eine Möglichkeit das Gesamtrisiko des Portfolios zu senken.

Schwierig und als besonderem Risiko ist ein überwiegendes Investment in die Aktien des eigenen Unternehmens zu sehen. Bekommt der Brötchengeber Probleme so kann sich dies in doppelter Hinsicht auf den Mitarbeiter auswirken. Im Extremfall sind sowohl der Job als auch die Aktiengewinne weg.
« Letzte Änderung: 07. Juli 2010, 16:41:06 von R2D2 Trader »
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3. Fehler - Verluste laufen lassen
« Antwort #3 am: 07. Juli 2010, 17:11:11 »
"Die Aktie kommt schon wieder"

Wer kennt das nicht. Gerade ein todsicheres Invest gekauft, und dann fängt der Kurs an zu fallen. Vielleicht kommt der Kurs dem anfänglichen StoppLoss schon gefährlich Nahe. Doch das Investment war doch ein heisser Tipp, es kann sich doch nur um einen kurzen Rücksetzer handeln. Also gibt man dem Trade noch ein wenig mehr 'Luft' und versetzt den Stopp etwas weiter weg. Nun, es passiert was passieren muss, der Kurs fällt weiter und je weiter die Kurse fallen desto tiefer steckt man in der Psycho-Falle. Erst wenn die Qualen des aufgelaufenen Verlustes zu gross werden verkauft man resigniert die Position, und meist zieht der Anleger sich dann frustriert vom Marktgeschehen zurück und fasst das Erlebte als Bestrafung seiner Gier auf.

Darum: Das Einzige was gegen die Psycho-Falle ist das setzen eines Stopploss und das daran festhalten. Lieber den kleinen Verlust hinnehmen als den grossen Verlust. Kleine Verluste lassen sich einfacher Recovern als zu grosse Verluste die mitunter das gesamte Konto auslöschen können.


Verlust | notwendiger Gewinn zum Ausgleich des Verlustes
20% | 25%
50% | 100%
70% | 233%
90% | 900%
"Aller Anfang ist leicht, und die letzten Stufen werden am schwersten und seltensten erstiegen."
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