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Autor Thema: Handelssysteme - und was soll das hier?  (Gelesen 624 mal)

R2D2 Trader

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Handelssysteme - und was soll das hier?
« am: 08. März 2010, 14:08:32 »
.. tja, das ist die grosse Frage. Aus diesem Grund möchte ich hier ein paar Begrifflichkeiten erwähnen und erklären, so dass man eine gute Grundlage für die Nutzung dieses Forum hat.

Zunächst einmal sei erklärt was ein Handelssystem ist:

Ein Handelssystem besteht aus einer Reihe von Bedingungen und Anweisungen für den Handel mit Wertpapieren und Futures. Man unterscheidet manuelle und mechanische Handelssysteme.

Manuelle Handelssysteme bestehen aus wenigen, einfachen Bedingungen und Anweisungen, die „von Hand“ ausgeführt werden können.

Mechanische Handelssysteme können sehr komplexe Algorithmen enthalten und werden von einem Computer ausgeführt.

Die meisten Handelssysteme stützen sich entweder auf die Fundamentalanalyse oder die Technische Analyse und deren Indikatoren, um Einstiegs- und Ausstiegsignale zu generieren.

Die bekanntesten Handelssysteme lassen sich wie folgt in bestimmte Klassen einteilen:

1. Trendfolger
Trendfolge-Handelsansätze versuchen, gewinnbringend in bereits erkennbare Kurstrends einzusteigen, indem sie bei steigenden Kursen kaufen und bei fallenden Kursen – wenn es das Anlageinstrument zulässt – leer verkaufen (short gehen). Sie steigen wieder aus, sobald der Trend „bricht“. Weil es naturgemäß unmöglich ist, einen Trend zu erkennen, bevor er sich ausgebildet hat, nennt man Trendfolger oft auch „Trittbrettfahrer“. Sie nehmen es in Kauf, nicht die gesamte Bewegung –also etwa vom tiefsten Tief eines Kurses bis zu seinem höchsten Hoch – mitzumachen, sondern immer nur einen Teil davon. Trendfolge hat also nichts mit Techniken zu tun, die auf der versuchten Antizipation von Trends beruhen.

Trendfolge-Systeme wurden in der Managed Futures Szene durch erfolgreiche Trader wie Richard Dennis oder William Eckhardt bekannt. Durch die spektakuläre Geschichte eines Experiments in den frühen 1980er Jahren erlangte das Turtletrader-System weltweite Bekanntheit. Es wurde 1993 erstmals vollständig offengelegt und publiziert (siehe Weblinks).

2. Pullback
Ein Pullback-Handelssystem wartet auf eine außergewöhnliche Preisbewegung und nutzt eine kurz darauf folgende gegenläufige Korrekturbewegung. Hierzu gehören Arbeiten mit Bollinger-Bändern, Trendkanälen und Strategien wie z. B. „Turtle Soup“.

3. Channel-Breakout
Die Preise verlassen einen vorher festgelegten Bereich, den „Channel“. Je nach zugrundeliegendem Wertpapier und Zeitfenster wird entweder mit oder gegen diese Preisbewegung gehandelt.

4. Zyklen
Dieser Ansatz geht davon aus, dass in der Preisbewegung Zyklen enthalten sind. So gibt es z.B. jahreszeitliche Schwankungen bei den Preisen für Landwirtschaftsprodukte. Ein Modell für ein Börsenzyklus ist das 6-Phasen Modell von Leon Levey. Demnach können die einzelnen Phasen an der Börse anhand folgender Indikatoren identifiziert werden:
a. Aktienkurse und Umsatzvolumen
b.Wirtschaftsnachrichten
c.Stimmung und Verhalten der Masse.

Ein ähnliches Modell wird von Andre Kostolany beschrieben, bekannt als das "Ei des Kostolany".

5. Patterns
Patterns sind Preismuster, die von den aufeinanderfolgenden Balken in einem Chart gebildet werden. Man geht davon aus, dass gleichartige Muster aus Eröffnungs-, Hoch-, Tief- und Schlusskurs eines Wertpapiers oder Derivats ähnliche Verläufe in der Zukunft zu erwarten sind, da die Marktteilnehmer in gleichgelagerten Situationen gleich agieren – so die Annahme.

« Letzte Änderung: 17. März 2010, 08:25:02 von R2D2 Trader »
"Aller Anfang ist leicht, und die letzten Stufen werden am schwersten und seltensten erstiegen."
Johann Wolfgang von Goethe

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